Temporäre Sporthalle in Holzelementbauweise als Übergangslösung nach Brand der Turnhalle Tössfeld
Wiederverwendbare Konstruktion, ausgelegt für Schul- und Kunstturnbetrieb.
Direktauftrag: 2023
Ausführung: 2024-2025
Agnesstrasse 17
8406 Winterthur
Das Gebiet Tössfeld entwickelte sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts parallel zur Expansion der Sulzerfabrik. Mit dem wachsenden Quartier entstand der Bedarf an Schul- und Sportinfrastruktur: 1892 wurden das Schulhaus und die Turnhalle nach Plänen von Emil Kaspar Studer errichtet, 1904 folgte die Aufstockung des Schulhauses. Die Turnhalle diente Schule und Vereinen über Jahrzehnte hinweg, wobei Anpassungen lange gering blieben. In den 1940er-Jahren kam ein Garderobenraum hinzu, der später zur Kunstturnhalle umgebaut wurde. Zwischen 1988 und 1990 wurde die Anlage für 2.8 Millionen Franken umfassend renoviert und funktional erweitert.
Der Brand im Mai 2023 zerstörte die Primarschul- und die Kunstturnhalle weitgehend. Der Stadtrat beschloss im Juni desselben Jahres den Rückbau der betroffenen Hallen, während der Garderobentrakt instand gesetzt werden konnte. Für Schule und Kunstturnverein wurde ein rasch realisierbarer Ersatzbau notwendig. Die neue Einfachsporthalle basiert auf einer modularen Holzbauweise, die für den Standort Tössfeld spezifisch weiterentwickelt wurde.
Vorgefertigte Elemente ermöglichen eine kurze Bauzeit sowie eine spätere Wiederverwendbarkeit: Die Konstruktion ist auf eine Erstnutzungsdauer von rund zehn Jahren ausgelegt und kann mindestens zweimal an anderen Standorten wieder aufgebaut werden, was insgesamt eine Lebensdauer von etwa dreissig Jahren ergibt. Eine transluzente Fassadenhülle aus Fiberglas-Wellplatten legt die farbig gefasste Holzunterkonstruktion sichtbar frei und verleiht dem Baukörper eine leichte, vielschichtige Wirkung. Die Halle bietet Platz für bis zu 350 Schülerinnen und Schüler, womit seit 2025 wieder eine vollständige Sportinfrastruktur bereitsteht – als Übergangslösung bis zur Realisierung der definitiven Dreifachturnhalle.