Riehenring Basel
0511

Wohn- und Gewerbeblockrand mit Kindergarten sowie öffentlichen Platz- und Grünräumen (Hof/Park) und Gastronomie in der umgenutzten Messehalle

Wettbewerb 2024

Riehenring 120
4058 Basel

Der Entwurf entwickelt auf Basis der orthogonalen Geometrie der bestehenden Messehalle 3 ein differenziertes Geviert, das die Grossmassstäblichkeit des ehemaligen Bahnhofs- und Messegebiets mit der Typologie der Basler Blockränder verbindet. Durch präzise Vor- und Rücksprünge wird das Volumen massstäblich gegliedert und erzeugt adressbildende Platz- und Strassenräume als «Trittsteine» zur Nachbarschaft. Im Inneren verankert ein zusammenhängender, begrünter Hof als halböffentlicher Schwellenraum die Überbauung sozial und ökologisch; Strauch- und Wiesenräume bilden programmierbare «Raumkammern», während Wegeachsen tagsüber als informelle Quartierverknüpfungen nutzbar sind. Entlang der Strassen liegen die Eingangshallen zu Wohnungen, Gewerbe und Kindergarten/Tagesstrukturen, Gemeinschaftsräume und einzelne Gartenwohnungen werden direkt über den Hof erschlossen – als Basis für Begegnung und soziale Vernetzung.

Die bestehende Messehalle 1E wird als Bindeglied und Teil eines neuen öffentlichen Platzes interpretiert: Erdgeschoss mit öffentlicher Gastronomie, Dach als saisonal zugängliche Terrasse, mit Synergien zur vorhandenen Cateringküche. Der Freiraum wird stadträumlich neu gelesen: eine Freiraumtasche am Riehenring, ein unversiegelter, dreieckiger Quartierplatz mit Baumdach an der Schnittstelle Rosental/Matthäus, Platanen als Filter zu den Gewerbeflächen sowie Baumpflanzungen entlang der Velostrasse Maulbeerstrasse.

Konstruktiv setzt das Projekt auf eine Holz-Beton-Hybridstruktur (Beton in Untergeschossen/Rampe, Holzskelett ab EG), modulare Vorfertigung und «Design for Disassembly». Die Fassade kombiniert PV-Brüstungsbänder mit Re-Use-Wellblech und hofseitig Holzschalung; Balkone/Laubengänge entstehen aus wiederverwendeten Stahl- und Deckenelementen der Halle 3. Ein integrales Lärmschutzkonzept (u.a. Gewerbe-Puffer, vertiefte Loggien, ruhiger zweiter Aussenraum zum Hof) ermöglicht Wohnen trotz hoher Verkehrsbelastung. Bauablauf und Logistik werden als Teil der Entwurfsstrategie gedacht: Etappierter Rückbau, Zwischenlagerung und Wiederverarbeitung vor Ort sowie eine Just-in-time-Montage des Holzbaus minimieren Abtransport und CO₂, bevor der begrünte Hof als letzte Etappe fertiggestellt wird.