Neubau mit 5 Wohneinheiten, Ateliers
Direktauftrag 2016
Ausführung 2018-2019
8706 Meilen
Das zweigeschossige Wohnhaus mit fünf Mietwohnungen und zwei Atelierräumen steht auf einer kleinen Anhöhe am Südhang des Zürichsees. Das Terrain aus Nagelfluh und Sandstein steigt leicht gegenläufig zum Hang an. Gelände, Fels und bestehende Waldkiefern bilden die Grundlage für den Entwurf eines länglichen, in der Höhe abgestuften Gebäudes. Dem unregelmässigen Hang mit den locker verteilten Bäumen wird ein orthogonales Tragsystem eingeschrieben. Quer zum Hang stehende massive Backsteinwände bilden zusammen mit Rippendecken aus Beton und Holz das Traggerüst. Ein Felsenkeller gehört zu den wenigen in den Untergrund eingehauenen Räumen.
Im Westen des Gebäudes ist der Zugangsweg, geschützt von eindrücklichen Waldkiefern, ins Gelände eingebettet. Die Wohnungen im Erdgeschoss werden über grosszügige Veranden erschlossen, ins Obergeschoss führen vorne offene, wettergeschützte Treppeneinschnitte. Auf der Ostseite gelangt man von jeder Wohnung – ebenerdig oder über eine Treppe – in den naturnah gepflegten Garten.
Das Herz jeder Wohnung bildet die Küche mit einer breiten, vorgelagerten Veranda. Von hier aus eröffnet sich zwischen den Kiefern hindurch ein Blick auf den See. Die Wohnungen sind als Abfolge unterschiedlich hoher Räume konzipiert: Im Erdgeschoss wird entlang des Terrains auf versetzten Ebenen gewohnt, im Obergeschoss erzeugt das dem Gelände folgende, abgestufte Dach differenzierte Raumhöhen. Vielfältige Sichtbezüge machen Lage und Charakter des durch Fels, Kiefern und Garten geprägten Ortes unmittelbar erlebbar.
Die Fassaden zum Garten und entlang der Veranden sind mit Fichtenholzbrettern verkleidet und mit rötlicher Ölfarbe gestrichen. Die stirnseitigen Backsteinwände sind mit einem an Baumrinde erinnernden Kalkmörtel versehen. Zusammen mit den teilweise geschosshohen, in hellgrauer Ölfarbe gestrichenen Holzfenstern erhält das Haus eine beständige und freundliche Ausstrahlung. Die Farbigkeit erinnert an Gebäude aus einer vergangenen Zeit, die sich selbstverständlich in Natur- und Erdfarben in ihre Umgebung einfügen.
Die Innenwände sind als weisse, geschlämmte Backsteinwände ausgeführt, darüber spannt sich eine ebenfalls weiss gestrichene, strukturierte Decke aus Beton und Holz. Der Boden in der Küche ist in Anlehnung an den Untergrund mit Nagelfluhplatten belegt, die übrigen Räume erhalten einen Lehmkaseinboden. Der Ökologie wurde besondere Beachtung geschenkt: Im gesamten Gebäude wurden nahezu ausschliesslich natürliche und umweltverträgliche Materialien eingesetzt – für einzelne Bauteile konnte sogar Holz von eigenen Bäumen verwendet werden.