GLW Austrasse
0385

Ersatzneubauten Wohnen

Wettbewerb 2019

Team Anliker, pool Architektur

Austrasse 44/46 
8045 Zürich
 

Das städtebauliche Konzept gliedert das Areal in drei differenzierte Projektteile, die mit jeweils spezifischen Potenzialen zu eigenständigen Identitäten und eindeutigen Adressbildungen führen.

Das «Hügelgebäude» wird von zwei klammerartigen Gebäuden gebildet, die ein um einen gemeinsamen Erschliessungsraum angeordnetes Ensemble ergeben. Beide Gebäudeteile bieten sowohl so gut wie allen Wohnungen Anteil am gemeinsamen Hof als auch grosszügige Ausblicke über die Dächer der Nachbarn hinweg auf die Stadt und den nahen Uetliberg. Risalite und der Topografie folgende Versprünge brechen die Dimension der Bauten. Die Fassade wird durch vorfabrizierte Simse und Lisenen gegliedert und mit einem eleganten, leicht glänzenden Kleid aus Glasurkeramik versehen. Diese Massnahmen führen dazu, dass sich das Haus auf dem Hügel, trotz seiner Grösse und Präsenz, auf selbstverständliche und elegante Weise mit der Massstäblichkeit des Quartiers verwebt.

Das «Gartenhaus» wird als Pavillon ausgebildet, der sämtlichen Wohnungen einen starken Bezug auf den neu geschaffenen Aussenraum des «Moränenparks» verschafft. Die Wohnräume sind jeweils um eine grosszügige Loggia gruppiert und öffnen sich zum Aussenraum. Das niedrige Volumen mit lediglich drei Wohngeschossen wird mit einer leichten, textil anmutenden Fassadenverkleidung aus gefalzten Blechprofilen versehen und hat die Anmutung eines «Schmuckkästchens» im Park. Das niedrige Haus gewährleistet, dass auch ein grosser Anteil der Wohnungen im Stadthaus vom Blick auf den Grünraum profitiert. Mit seiner üppig gestalteten Dachlandschaft verschmilzt das «Gartenhaus» mit dem Aussenraum des Moränenparks.

Das «Stadthaus» wird als klassisch urbaner Typus mit stehender Fassade und starker Öffnung zum Quartier hin aufgefasst. Mit seinem L-förmigen Körper greift es die Typologie der Genossenschaftsbauten an der Au- und Steinstrasse auf, die den Übergang von der Blockrandbebauung Alt Wiedikons zur überwiegend lockeren Solitärstruktur auf dem Rebhügel markieren. Mit seiner tektonischen Sichtmauerwerksfassade greift es die Materialität des gründerzeitlichen Kontextes im Quartier auf. Durch den Rücksprung im 5. Obergeschoss gelingt es, dass sich das eigentlich grosse Haus, trotz seiner Geschossigkeit, auf selbstverständliche Weise in die Traufhöhen der angrenzenden Bauten einfügt. Das Erdgeschoss öffnet sich mit seinen Gewerbenutzungen zum Stadtraum und trägt zur Belebung des Quartiers bei.